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Der Stubaier Höhenweg zählt zu den schönsten, aber auch anspruchsvollsten Höhenwegen der Alpen. Auf einem hochalpinen Balkon führt die Route entlang der majestätischen Kulisse des Stubaier Hauptkamms, vorbei an gewaltigen Gletschern, steilen Felswänden und kargen Hochgebirgslandschaften. Diese fünftägige Durchquerung verbindet fünf traditionsreiche Schutzhütten von der Dresdner Hütte im Talschluss bis zur Innsbrucker Hütte im Osten. Aufgrund zahlreicher seilgesicherter Abschnitte, kraxeligem Blockgelände und luftiger Passagen erfordert die Tour ausnahmslos absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung.
Tag 1: Anreise und Aufstieg zur Dresdner Hütte
Gehzeit: 1,5 h · Höhenunterschied: +550 m / −0 m
Wegpunkte: Mutterbergalm – Dresdner Hütte
Die Tour beginnt logistisch praktisch in Neustift im Stubaital (Freizeitzentrum), wo das Fahrzeug abgestellt werden kann. Mit dem Bus geht es bequem zum Startpunkt an der Talstation Mutterberg am Talschluss. Parallel zur Stubaier Gletscherbahn führt der Anstieg in rund 1,5 Stunden und 550 Höhenmetern auf einfachem Bergpfad hinauf zur Dresdner Hütte auf 2.308 Metern.
Tag 2: Von der Dresdner Hütte über den Trögler zur Nürnberger Hütte
Gehzeit: 6,5 h · Höhenunterschied: +1.250 m / −1.250 m
Wegpunkte: Dresdner Hütte – Trögler – Sulzenauhütte – Niederl – Nürnberger Hütte
Der erste volle Wandertag startet mit dem Aufstieg in karge Felslandschaften. Es bietet sich die lohnende Option, den Gipfel des Tröglers (2.904 m) mitzunehmen. Der steile, teilweise seilgesicherte Aufstieg fordert erste Kraxelei, belohnt jedoch mit einem fantastischen Panorama auf den Sulzenauferner, den Hinteren Pfaffen und das 3.507 Meter hohe Zuckerhütl. Beim folgenden, ausgesetzten Abstieg zur Sulzenauhütte verlangen seilgesicherte Steilpassagen höchste Trittsicherheit. Nach einer Mittagsrast an der Sulzenauhütte führt die Route weiter empor zur Niederl-Scharte (2.680 m) – optional geht es auf die Mairspitze – und schließlich steil durch blockiges Felsgelände hinab zum Tagesziel, der Nürnberger Hütte (2.278 m).
Tag 3: Von der Nürnberger Hütte über das Simmingjöch zur Bremer Hütte
Gehzeit: 4,0 h · Höhenunterschied: +650 m / −500 m
Wegpunkte: Nürnberger Hütte – Simmingjöchl – Bremer Hütte
Von der Nürnberger Hütte verläuft der Pfad zunächst mit sanftem Abstieg und einer Bachquerung hinein in das traumhafte Hochplateau „Paradies” – ein saftig grüner Rastplatz mitten im Felsreich. Anschließend steigt der Weg steil durch Geröll und Felsblöcke empor zum Simmingjöch mit der historischen Zollhütte auf 2.754 Metern. Das Joch öffnet den Blick auf das benachbarte Schmirntal und die Feuersteine. Nach einem steilen, drahtseilgesicherten Abstieg schlängelt sich der Höhenweg entlang der Hangflanken weiter zur idyllisch gelegenen Bremer Hütte (2.411 m). Ein nachmittäglicher Abstecher Richtung Wetterspitze (3.053 m) bietet gewaltige Tiefblicke, wobei die ausgesetzten Kletterpassagen kurz vor dem Gipfel erfahrenen Bergsteigern vorbehalten bleiben.
Tag 4: Die Königsetappe – Von der Bremer Hütte über den Kamin zur Innsbrucker Hütte
Gehzeit: 6,5 h · Höhenunterschied: +650 m / −500 m
Wegpunkte: Bremer Hütte – Kamin / Lauterersee – Traunjöchl – Pramarnspitze – Innsbrucker Hütte
Die vierte Etappe gilt als die anspruchsvollste Königsdisziplin der Tour. Bei gutem Wetter und absoluter Trockenheit führt der Auftakt durch einen steilen, drahtseilgesicherten Felskamin hinab zum Lautersee (eine Umgehungsschleife ist bei feuchtem Fels zwingend zu empfehlen). Es folgt ein stetiges, kräftezehrendes Auf und Ab über mehrere Joche und Scharten. Der ausgesetzte Steig wechselt ständig zwischen einfachen Pfaden, schmalen Bändern und leichten Kraxeleien durch Geröllfelder. Nach rund sieben Stunden intensiver Hochgebirgswanderung und mit Blick auf den mächtigen Habicht (3.277 m) erreicht man die spektakulär gelegene Innsbrucker Hütte auf 2.369 Metern.
Tag 5: Abstieg durch das Pinnistal nach Neustift
Gehzeit: 3,5 h · Höhenunterschied: +0 m / −1.350 m
Wegpunkte: Innsbrucker Hütte – Karalm / Pinnistal – Neustift
Der letzte Tag bringt den Abstieg zurück ins Stubaital. Von der Innsbrucker Hütte führt der Pfad stetig bergab durch das malerische Pinnistal, vorbei an der Karalm und der Pinnisalm. Um die rund 1.400 Höhenmeter Abstieg knieschonend zu verkürzen, bietet sich ab der Karalm eine Fahrgelegenheit mit dem Hüttentaxi an. Alternativ führt ein Aufstieg von der Pinnisalm zur Bergstation Elferseilbahn, von wo aus die Gondel gemütlich hinab nach Neustift schwebt. An der Talstation schließt sich der Kreis dieser unvergesslichen Hochgebirgsdurchquerung.
