Jura-Route / Jura-Radweg: Basel – Nyon – Genf

Tour gegangen: 06. – 09. Juli 2019

Dauer 3 Tage · ca. 310 km
Aufstieg +5200 m

Route

Basel Badischer Bahnhof – Reinach – Challpass – Lucelle – Col de la Croix – St-Ursanne – Saignelégier – Mont Soleil – La Chaux-de-Fonds – La Sagne – Fleurier – Baulmes – Vallorbe – Lac de Joux – Col du Marchairuz – Nyon – Yvoire – Genf

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Die Schweizer Jura-Route (nationale Veloland-Route Nr. 7) ist ein echter Klassiker für ambitionierte Tourenradler und Bikepacker. Auf rund 280 Kilometern von Basel bis Nyon am Genfersee (mit Verlängerung nach Genf ca. 310 km) führt die Strecke quer durch die unberührte, gewellte Mittelgebirgslandschaft des Schweizer Juras. Sanfte Flussauen, schroffe Felsformationen, idyllische Hohtäler und historische Städtchen wechseln sich ständig ab. Mit insgesamt über 5.200 Höhenmetern verlangt die dreitägige Durchquerung eine hervorragende Kondition, belohnt jedoch mit herrlichen Fernblicken, schattigen Wald- und Wiesenwegen sowie regionalen Genüssen.

Tag 1: Königsetappe von Basel (Reinach) nach La Chaux-de-Fonds

Strecke: 119 km · Höhenunterschied: +2.500 m

Von Reinach über den Challpass ins Tal der Lucelle (Lützel)

Der Auftakt startet vor den Toren Basels im Birstal bei Reinach. Gleich zu Beginn wartet die erste sportliche Prüfung: Der Anstieg zum Challpass fordert auf 7,3 Kilometern gut 440 Höhenmeter auf mäßig befahrenen Landstraßen. Unterwegs passiert man das historische Klosterdorf Mariastein, den zweitwichtigsten Wallfahrtsort der Schweiz. Von der Passhöhe geht es über unbefestigte Wald- und Wirtschaftswege hinab ins idyllische Tal der Lucelle (Lützel). Der Weg verläuft hier malerisch direkt entlang der Schweizer-Französischen Staatsgrenze.

Über den Col de la Croix ins historische St-Ursanne

Nach einem Anstieg zum Col de Caquerelle/Col de la Croix öffnet sich eine prächtige Aussicht über die Burgundische Pforte. Eine steile Abfahrt führt hinab ins Tal des Doubs zum mittelalterlichen Städtchen St-Ursanne. Die historische Bogenbrücke über den Doubs lädt zu einer Erfrischung am Flussufer ein, bevor es wieder steil bergan geht.

Hinauf auf die Jura-Hochfläche und zum Mont Soleil

Der nächste knackige Anstieg führt steil durch das Vallée de Sagne hinauf auf die weite Jura-Hochfläche auf rund 1.000 Metern Höhe. In konstantem Auf und Ab sammelt man kontinuierlich Höhenmeter. Das Tagesfinale bildet die Auffahrt auf den Mont Soleil (ca. 1.290 m), wo sich unter anderem das größte Sonnenkraftwerk der Schweiz befindet. Nach 119 Kilometern und beeindruckenden 2.500 Höhenmetern erreicht man erschöpft, aber glücklich das Tagesziel La Chaux-de-Fonds (einer der höchstgelegenen Städte Europas).

Tag 2: Von La Chaux-de-Fonds über Fleurier nach Vallorbe

Strecke: 101 km · Höhenunterschied: +1.500 m

Durch das Vallée de La Sagne und das Val de Travers

Tag 2 startet in der Uhrenweltkulturerbe-Stadt La Chaux-de-Fonds. Über verkehrsarme Wirtschaftswege rollt man flüssig durch das grüne Hochtal Vallée de La Sagne (bekannt für seine Torfmoore) und weiter nach Les Ponts-de-Martel. Nach einer kurzen Abfahrt folgt das Val de Travers, ein breites Tal, das zum zügigen Kilometerfressen einlädt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann hier Abstecher zum Felsenkessel Creux du Van oder den unterirdischen Asphaltbergwerken machen.

Über den Col des Verrières zum Col du Mollendruz

Ab Fleurier geht es wieder spürbar bergauf: Rund 380 Höhenmeter müssen auf den nächsten Kilometern in Richtung St-Sulpice und Les Verrières bewältigt werden. Anschließend führt ein schöner, gleichmäßig ansteigender Wirtschaftsweg im Schatten der Wälder über den einsamen Col de la Tourne / Col de la Chaîne. Eine rasante Abfahrt bringt die Radler schließlich gut 650 Höhenmeter tiefer hinab ins Tal.

Schlussetappe durch die Jura-Wälder nach Vallorbe

Der letzte Abschnitt des Tages führt durch schattige Nadelwälder kontinuierlich bergan. Auf unbefestigten, teils holprigen Forstwegen verlangt der Weg am späten Nachmittag nochmals Körpereinsatz, bevor die Route in den Etappenort Vallorbe (nahe der französischen Grenze) am Fluss Orbe führt. Die Bilanz des zweiten Tages: rund 101 Kilometer und 1.500 Höhenmeter.

Tag 3: Von Vallorbe über den Lac de Joux und Nyon bis nach Genf

Auftakt zum Lac de Joux und über den Col du Marchairuz

Der Schlusstag beginnt ohne langes Warmfahren direkt mit einem knackigen Waldaufstieg: 330 Höhenmeter auf knapp 7 Kilometern führen hinauf zum malerischen Lac de Joux. Am Ufer des Hochgebirgssees rollt es flach und entspannt dahin, ehe der letzte große Pass der Jura-Route ansteht: Der Aufstieg zum Col du Marchairuz (1.447 m). Direkt auf der Passhöhe bietet eine traditionelle Alpkäserei die perfekte Gelegenheit für eine Pause mit einer frischen regionalen Käseplatte.

Rauschartige Abfahrt an den Genfersee nach Nyon

Vom Col du Marchairuz folgt die verdiente Belohnung: Auf den folgenden 35 Kilometern vernichtet man fast 1.000 Höhenmeter im Dauerradeln bergab. Durch lichte Jura-Wälder, Wiesen und Weinberge geht es mit grandioser Aussicht auf die Alpenkette und den Genfersee hinab nach Nyon. Hier endet die offizielle nationale Jura-Route Nr. 7 nach rund 280 Gesamtkilometern.

Ausrollen am Seeufer bis nach Genf

Von Nyon aus verläuft die Schlussetappe auf flacher Strecke parallel zum Genfersee noch rund 30 Kilometer weiter bis nach Genf. Wer möchte, nutzt die Leman-Fähren für ein Teilstück über das offene Wasser. Die Radtour klingt schließlich entspannt bei der Einfahrt nach Genf, dem Blick auf die berühmte Wasserfontäne Jet d’Eau (140 m) und einem Bummel durch die Genfer Altstadt aus. Am Folgetag ermöglicht der Hauptbahnhof Genf eine unkomplizierte Rückreise mit der Bahn.