Grignetta via Direttissima – Mini-Dolomiten am Comer See bei Lecco

Tour gegangen: 04. Oktober 2022

Dauer 5 h
Aufstieg +1050 m
Anforderungen Zahlreiche Drahtseilpassagen, Ketten, Leitern und anhaltende Kraxeleien im leichten Fels

Route

Parkplatz Piani Resinelli – Rifugio Carlo Porta – Direttissima – Canale Angelina – Sentiero Cecilia – Grignetta – Sentiero Cermenati – Rifugio Carlo Porta – Parkplatz Piani Resinelli

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Die Grignetta (Grigna Meridionale) gilt als einer der spektakulärsten Aussichtsberge über dem Comer See und beeindruckt mit einer kühnen Felsarchitektur, die stark an die Südtiroler Dolomiten erinnert. Zinnen, Nadeln, schmale Bänder und tiefe Schluchten prägen das steinerne Labyrinth hoch über Lecco. Der Aufstieg über die Direttissima und den Canale Angelina ist ein echtes Highlight für trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger: Zahlreiche Drahtseilpassagen, Ketten, Leitern und anhaltende Kraxeleien im leichten Fels machen diese Tour zu einem abwechslungsreichen Abenteuer. Für den Abstieg bietet der Normalweg (Cresta Cermenati) eine deutlich einfachere und knieschonendere Option.

Aufstieg von Piani Resinelli bis zum Einstieg der Direttissima

Die Tour startet am großen Wanderparkplatz in Piani Resinelli auf etwa 1.280 Metern Höhe über den Hängen von Lecco. Nach den ersten Metern auf einer Asphaltstraße führt ein schmaler Pfad durch den Wald steil bergauf zu einer Wegkreuzung. Während der unschwierige Normalweg über den Südgrat (Cresta Cermenati) geradeaus weiterführt, zweigt die Route zur Direttissima nach links ab. Schon auf den ersten flachen Metern öffnet sich der Blick hinunter auf den schimmernden Comer See, während felsige Rinnen und steile Kalksteinwände rechts des Weges bereits erahnen lassen, welch wilde Landschaft bevorsteht.

Durch das Felsenlabyrinth der Direttissima

Mit den ersten drahtseilgesicherten Felsstufen beginnt der kraxelige Hauptteil der Tour. Zwei steile Eisenleitern helfen über einen schmalen Kamin hinweg, an dessen Ende eine enge Fels-Scharte durchquert wird. Dahinter schlängelt sich die bestens markierte Direttissima abwechslungsreich durch eine grandiose Felskulisse: Es folgt ein stetiges, kurzweiliges Auf und Ab über schmale Bänder, durch ausgesetzte Rinnen und über leichte Felsstufen. Umgeben von kühnen Felstürmen und tiefen Abgründen wandert man gut 1.500 Höhenmeter über dem Seespiegel durch eine beeindruckende Miniatur-Dolomitenlandschaft, die Trittsicherheit und Freude an leichter Kletterei erfordert.

Durch den steilen Canale Angelina zum Normalweg

Nach gut zwei Stunden Gesamtwanderzeit und einer Stunde anhaltender Kraxelei zweigt die Route von der Haupttrasse der Direttissima (die weiter zum Rifugio Rosalba führt) ab und zieht steil nach rechts in den Canale Angelina hinein. Durch diese karge, grau in grau gehaltene Schlucht geht es steil und kräftezehrend bergauf über Geröll und Felsstufen. Am oberen Ende des Kanals trifft man auf einen Querweg, dem man in östlicher Richtung folgt. Dabei werden mehrere Rinnen gequert, inklusive eines kurzen Zwischenabstiegs durch einen mit dicken Ketten gesicherten Steilkamin. Über steile Kehren mündet der Pfad schließlich in den oberen Teil des Normalwegs.

Gipfelrast an der Grignetta und Abstieg über den Südgrat

Die letzten gut 100 Höhenmeter verlaufen auf dem relativ einfachen Normalweg hinauf zum Gipfel der Grignetta auf 2.177 Metern. Neben dem markanten, futuristisch anmutenden Biwak (Bivacco Bruno Ferrario) belohnt der Gipfel mit einem überwältigenden Panorama: Der Blick schweift über den gesamten Comer See, hinüber zum benachbarten Hauptgipfel Grignone (2.409 m) und bei klarer Sicht bis zu den verschneiten Viertausendern der Walliser Alpen. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast erfolgt der Abstieg unkompliziert und zügig über den Südgrat (Cresta Cermenati) zurück zum Ausgangspunkt in Piani Resinelli.

Equipment

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Quellen: 3D-Ansichten erstellt mit Google Earth Pro, 22.11.2022